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Blick auf Klinikgebäude, gebrochen durch eine Fensterscheibe. (Bild: LWL)

Fachklinik für Therapie und Sicherung

Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne bietet 90 Behandlungsplätze für psychisch kranke Straftäter, die nach Paragraf 63 des Strafgesetzbuches (StGB) gerichtlich untergebracht wurden. Die forensisch-psychiatrische Fachklinik hat den gesetzlichen Auftrag der „Besserung und Sicherung“ ihrer Patienten.

Ziel ist es, die Patienten während der gesicherten Unterbringung so nachhaltig zu therapieren, dass sie in der Lage sind, wieder außerhalb der Forensik-Mauern zu leben, ohne erneut straffällig zu werden. Somit dienen sowohl die Mauern als auch die Therapie dem einen Ziel: Die Gesellschaft zu schützen.

Hohe Mauern vor begrünter Halde

Unsere Klinik ist 2011 im Zuge der ersten Erweiterungsphase des nordrhein-westfälischen Maßregelvollzuges auf dem ehemaligen Zechengeländes Pluto-Wilhelm im Herner Stadtteil Wanne eröffnet worden. Direkt hinter ihren Mauern erhebt sich die dazugehörige Halde Pluto, heute ein aufwändig renaturiertes Naherholungsgebiet.

Rund um das Klinikgelände zieht sich eine 5,5 Meter hohe massive Mauer. Zusammen mit der durchgehend besetzten Pfortenanlage bildet sie einen Sicherheitsring nach außen. Weiterhin umfasst die baulich-technische Sicherung unter anderem diverse Überwachungssysteme und eine Rufmeldeanlage mit Meldegeräten für die Mitarbeitenden.

Blick auf die Pforte mit Mauer und dem grünen Anstieg der Halde dahinter. (Bild: Fa. Klumpjan))

Behandlungsangebot spezifisch zugeschnitten

In unserer Klinik bieten wir zielgerichtete Therapieangebote für Menschen mit Psychosen und Persönlichkeitsstörungen sowie mit krankhaften Störungen der Sexualpräferenz. Es werden ausschließlich männliche Patienten aufgenommen.

Die Erstdiagnose und erste Behandlungsschritte erfolgen in der Regel auf der Aufnahmestation. Danach werden die Patienten je nach Delikt- und Krankheitshintergrund (Indikation) auf eine der vier weiterführenden Stationen mit dem passenden Therapie- und Betreuungsangebot verlegt. Eine dieser Stationen ist als Rehastation angelegt: mit reduziertem Sicherungsgrad für weit fortgeschrittene Patienten, die eine absehbare Entlassperspektive haben.

Große Gründerzeitgebäude säumen eine Straße unter hohen Bäumen (Bild: LWL/Arendt)

Berufe und Qualifizierung

An der Therapie sind viele Berufsgruppen beteiligt, die sich im multiprofessionellen Team eng miteinander abstimmen und die weiteren Behandlungsschritte gemeinsam planen. Gesteuert wird die Gesamttherapie dabei von dem ärztlich-psychologischen Team. Unmittelbar eingebunden in den Therapieprozess sind die Pflege- und Erziehungsteams, die Beschäftigten der Schwerpunkt-Therapien sowie das Sozialarbeitspersonal und das Lehrpersonal.

Eine buchstäbliche Schlüsselposition im Klinikalltag haben auch die Beschäftigten des Pforten- und Sicherheitsdienstes. Hinzu kommt technisches und Verwaltungspersonal, das teils in Personalunion auch für die LWL-Kliniken in Herten und Bochum arbeitet.

Unsere Beschäftigten sind das Rückgrat unserer Klinik – erst durch deren qualifizierte Arbeit kann die Therapie ihre Schutzwirkung entfalten. Um eine fachgerechte und praxisbezogene Fort- und Weiterbildung zu ermöglichen, hat der LWL eine eigene Akademie für Forensische Psychiatrie (AFoPs) aufgebaut.

Mehrere Männer und Frauen sitzen in einer Besprechung in einem Dienstzimmer mit vergitterten Fenstern. (Bild: LWL/Wieland)

Externe und interne Kontrolle

Die Arbeit unserer Klinik wird regelmäßig von internen und externen Fachleuten überprüft. Zu den externen Kontrollinstanzen gehören eine jährliche, unangekündigte Überprüfung durch eine staatliche Besuchskommission sowie verschiedene Kontrollen durch das NRW-Gesundheitsministerium und das kommunale Gesundheitsamt.

Die zuständige Strafvollstreckungskammer überprüft in jährlichen Anhörungen mit jedem Patienten, ob die Fortdauer der Unterbringung gerechtfertigt ist. Alle drei Jahre und in bestimmten Fällen auch bei der Gewährung höherer Freiheitsgrade ist die Klinik verpflichtet, ein externes Fachgutachten einzuholen.

Mit der LWL-Beschwerdekommission bieten wir ein neutrales Gremium, bei dem Patientinnen und Patienten sich in Bezug auf ihre Belange beschweren können. Die Beschäftigten der LWL-Beschwerdebearbeitung gehen jeder Meldung nach und klären die Situation mit allen Beteiligten.

Eine Hand hält einen Stift und Papiere. (Bild: LWL)